TRAUMA – eine Seele im Ausnahmezustand
Plötzlich geschieht etwas Furchtbares – etwas, was die Seele aus dem Gleichgewicht bringt – vielleicht war die Notfallseelsorge da oder ein Sanitäter fragte, ob bei uns körperlich alles in Ordnung sei. Was aber, wenn der seelische Schmerz einfach nicht verschwinden will und Bilder, Geräusche und vielleicht Gerüche, immerzu präsent sind im Kopf und uns quälen …
Was ist jetzt wichtig, um das Erlebte schnell und abschließend zu verarbeiten, damit sich später keine Symptome zeigen?
1. RUHE, damit das Gehirn die Eindrücke verarbeiten kann (und das kann es bei Vielbeschäftigung nicht).
2. Jemand, mit dem man seine Gedanken teilen kann und der GERN zuhört – auch wieder und wieder. Ohne genervt zu sein und ohne jeden Vorwurf!
3. Viel Schönes, das einfach gut tut. Hierzu gehören die Bewegung an der frischen Luft, Walken, Reiten, Schaukeln -> besonders effektiv übrigens!
4. Ausreichend Schlaf – denn dort finden wichtige Prozesse statt, die Helfen ‚Bilder zu integrieren‘.
Was bezeichnet man denn eigentlich als Trauma?
Und wie unterscheidet man das medizinische vom psychischen Trauma?
Ein Trauma ist ein außergewöhnliches, erschütterndes und meist lebensbedrohliches Ereignis mit katastrophalem Ausmaß, welches von kurzer Dauer ist (wie z.B. ein Unfall/Überfall, Bedrohung, eine Krankheitsdiagnose) oder über eine längere Zeit andauert (z.B. Naturkatastrophe, Entführung, Freiheitsberaubung, soziale Isolierung) und welches auch nach Wochen nicht als „gewesen und erledigt“ verarbeitet werden konnte!
Dies kann „von Mensch gemacht“ sein (Man-Made-Trauma) oder eine Naturkatastrophe, eine Krankheit oder Leid anderer, welches uns besonders erschüttert.
Was zunächst „nur“ ein traumatisches Ereignis ist, kann (wenn es vom Gehirn (!) nicht verarbeitet werden kann) zu einem TRAUMA werden, welches weitreichende körperliche oder seelische Symptome ausbildet, die wir oft dem eigentlichen Ereignis nicht mehr zuordnen, weil es zeitlich versetzt auftritt. Manchmal erst Jahre später!
Wichtig ist: Nicht das Ereignis selbst belastet, sondern wie wir damit umgehen und unser Gehirn dies verarbeitet!
Dies sagte schon Bessel van der Kolk, Psychiater und Traumaforscher, der diese grundlegend in den 1980ern ausbaute.
Im Einzelnen:
Medizinisch meint ein „stumpfes Trauma“ eine unblutige Verletzung, wie z.B. ein Hammerschlag auf den Daumen.
Psychisch / seelisch spricht man von Trauma, wenn eine Extrembelastung oder eine lebensgefährliche Situation eingetroffen ist, die auch nach einiger Zeit (6-8 Wochen) noch nicht vom Gehirn als „gewesen und erledigt“ verarbeitet werden konnte und hierdurch sich verschiedene Symptome zeigen, wie Schlafstörungen, plötzliche Panikattacke, Herzrasen, starkes Schwitzen ohne erkennbaren Grund, Unruhe, über starke Aggression auf ein recht normales Ärgernis, Depression und Lethargie, Antriebsstörung und Energielosigkeit, sind nur einige der möglichen Ursachen …
Die Folge: Körper und Seele leiden – erst still, dann über Symptome, die nach einem traumatischen Ereignis oft erst nach einiger Zeit ausgelöst werden.
Bilder, die vom Gehirn nicht integriert werden können, erzeugen ANGST
„Etwas Furchtbares ist passiert.“ Man hört von einem Unfall, erlebt diesen selbst oder verliert Hab und Gut.
Vergehen Wochen und das Gehirn integriert Gerüche, Laute und Szenen nicht, bleiben Bruchstücke wie graue Puzzleteile im Gehirn und beeinträchtigen dieses bei jedem Erscheinen. Damit wird die Funktionsweise des Gehirns stark beeinträchtigt, wodurch sich „neuronale Netzwerke“ also ein neues Gebilde von Nervenverbindungen bilden. Das Gehirn reagiert nun „erschrocken“ auf diese nicht zugeordneten Puzzleteilchen, welche sich immer wieder aufdrängen und dem Menschen förmlich den Schlaf rauben – Ängste entstehen, weil die Fetzen keinem Ganzen zugeordnet werden können.
Warum daraus Angst wird
Das Gehirn weiß nichts mit den Puzzleteilen anzufangen. Tauchen diese auf, verunsichert dies den Gedankenablauf und schränkt normale, physiologische Prozesse ein – der Teufelskreis beginnt: Es können Panikattacken aus dem Nichts entstehen, sozialer Rückzug, da man sich selbst nicht mehr trauen kann, Menschenmengen machen Angst, Herzrasen, Schwitzen, Blackout oder völlige Energielosigkeit bis hin zum Burnout-Syndrom können die Folge sein.
Aktuelle Forschung besagt:
Du durchbrichst diesen Kreislauf dann am ehesten, wenn du verstehst, wie das Gehirn bei einer Traumatisierung funktioniert, bzw. was ihm fehlt zur Verarbeitung. Dann kannst du selbstständig „eingreifen“ – und so ganz selbstständig die Verarbeitung erlernst.
„Reiß dich zusammen“ hilft nicht
Trauma baut neue ‚neuronale Netzwerke‘ und schaltet auf Überlebensmodus.
Selbstberuhigung klappt dann strukturell nicht – außer du verstehst, was im Gehirn passiert. Genau hier greift die Trauma-Fachberatung.
Die Psychotherapie verfolgt einen komplett anderen Ansatz und setzt auf Regelmäßigkeit.
Lese dazu den Blog „Psychotherapie vs. Trauma-Fachberatung“.
So arbeitet das Gehirn:
Es gibt zwei Systeme: der „Denkapparat“ (Alltag organisieren, Abspeichern von Input, Einordnen von erledigten, vergangenen Erlebnissen) und das limbische System mit den Mandelkernen (Amygdala) als Antennen, die das Notfallsystem beinhalten. Es ist das bildhafte Gedächtnis und ordnet alles in räumliche und zeitliche Ordnung.
In einem Notfall übernimmt das limbische System und schaltet den Denkapparat sofort ab, denn der wäre zu träge in der Reaktionsbereitschaft.
Und genau das ist der Grund, warum wir uns an manches aus einer Extremsituation nicht erinnern können! Unser Gehirn, wie wir es gewohnt sind, war gar nicht anwesend, da das Notfallsystem (die Mandelkerne = Amygdala) eine Impulsreaktion auslöste und dabei den Denkapparat abschaltete!
Beispiel für das Eingreifen des Notfallprogramms unseres limbischen Systems:
Du gehst über Schienen – die Bahn naht. Angriff oder Starre wären tödlich, also ist LAUF der Impuls!
Rationales Abwägen wäre zu langsam! Und weil jetzt das limbische System übernommen hat und der Denker abgeschaltet, fehlen oft Erinnerungen.
Die Mandelkerne bleiben ab diesem Zeitpunkt immer (!) also in jeder Lebenssekunde, in erhöhter Alarmbereitschaft, was natürlich einen Mehrbedarf an Energie bedeutet und was einen deutlich schreckhafter macht, als man vor diesem Ereignis gewesen ist.
Die Folge:
Viele Traumatisierte fühlen sich chronisch müde, antriebsarm, der normale Flow wird anstrengend bis unmöglich.
Häufige Diagnose, da man den Zusammenhang zu einem Trauma-Erleben nicht sieht (oft auch der Arzt nicht, da das Erlebnis entweder gar nicht angesprochen wird oder schon Jahre zurückliegt): Depression bis zu Burnout.
Körper, Stimme, Atem
Oft wird berichtet, dass die eigene Stimme kaum mehr wahrgenommen wird und wie „abgeschnitten“ vom Oberkörper wirkt; das Atmen scheint erschwert.
Auch das sind Folgen der ungeordneten Puzzleteile (also vom Gehirn nicht zuordenbare Bruchstücke der Erinnerung).
Genau diese Themen zeigen sich oft im Gesangsunterricht! Viele berichten von Problemen in der Wahrnehmung der eigenen Stimme.
Schaue für mehr Input auf den Blog: „Ständiges Räuspern“.
Die Symbiose aus Medizin, Psychologie UND Stimmtraining zeigt, wie hochsensitiv diese Bereiche miteinander verbunden sind.
Genau dazu installierte das MusikParadies die zusätzliche Website des SeelenParadies-Oberberg.de,
mit Inhalten zu Gesundheitsthemen und Trauma-sensibler Ersthilfe und Beratung.
Was hilft
A u f r ä u m e n !
Verarbeitung entsteht, wenn die grauen Puzzleteile einsortiert werden.
Du lernst, dich zu beruhigen und deinen Zustand eigenmächtig zu verbessern!
Genau hier setze ich an und exakt dafür wurde die Trauma-Fachberatung / Trauma-Pädagogik ins Leben gerufen!
Sie hilft in der frühen Phase der Verarbeitung, damit Heilung entstehen kann. Aber wie geht das?
Die Trauma-Fachberatung ist ähnlich einer Therapiestunde – nur, und das sind echte Gewinne, gibt es kein Genehmigungsverfahren und das Elebnis muss nicht erneut erzählt werden! Dies kann natürlich, wenn es Erleichterung schafft – es geschieht nur das, was du zulässt!
Du lernst, Gedanken zu sortieren und deinen Alltag zu stabilisieren.
Wenn du verstehst wie (insbesondere WO) das Gehirn die inneren Bilder verarbeitet, lernst du (und das geht sehr schnell), wie du diese Bilder „richtig“ ordnest, damit sie endlich verarbeitet werden können!
Das klingt einfach? DAS IST ES TATSÄCHLICH!
Schaue auch gern auf meinen Blog: „Psychotherapie vers Trauma-Fachberatung“. Hier findest du Unterschiede und spannende Fakten!
Du hast übrigens bei mir die Möglichkeit, nur EINE einzelne Sprechzeit zu vereinbaren zu 60 oder 90 Minuten – ganz nach deinem Wunsch. Dann schaust du einfach, was diese Zeit dir schon gebracht hat – du wirst Augen machen!
Wo wir bei Zeiten sind, hier noch die Kosten. Plane 1€ pro Beratungsminute ein!
Das ist ein faires Angebot? Sag ich doch 🙂.
Ich bin Marion Willmanns, dein Coach für alle Fälle!
Übrigens:
Trauma-Fachberater gibt es in allen großen Städten – und jetzt sogar auch in Oberberg, in 51588 Nümbrecht-Oberbreidenbach!
DANKE
Danke, dass du dir Zeit für diesen Beitrag genommen hast.
Wenn dich etwas berührt, bewegt oder du mir etwas mitteilen möchtest, melde dich gern bei mir – ich freue mich, von dir zu lesen oder zu hören.
Ich bin Marion Willmanns,
Sängerin und Vocal-Coach im Coaching-Center MusikParadies mit der Erweiterung des SeelenParadies-Oberberg.
Hier verbinde ich Stimm- und Gesangstraining mit medizinischem und psychologischem Wissen – ergänzt durch die traumasensible Beratung.
Weitere Blog-Artikel findest du unter:
gesang-und-trauma.blog
Marion Willmanns – Coach und Spezialistin für Stimme, Seele & Trauma-Hilfe mit medizinischem Examen und Trauma-Diplom




